Rechnungslage 2023 – Mülheimer Schützen reduzieren Schussgeld

Quelle: SA 21.08.2023 FRANZ-JOSEF GRÖBLINGHOFF

Mülheim – Von zahlreichen kreativen Vorschlägen und intensiven Diskussionen über die Höhe des künftigen Mitgliedsbeitrages und des dem Schützenkönig zustehenden Schussgeldes war die Generalversammlung und Rechnungslage der Schützenbruderschaft St. Peter und Paul Mülheim am vergangenen Freitag geprägt.   

Zu Beginn begrüßte Oberst Jörg Rhoden über 50 Schützen, die der Einladung in die Schützenstube der Halle gefolgt waren. Rückblickend auf das vergangene Schützenfest bezeichnete Rhoden dieses als „rundherum gelungen“ durch „gute Besucherzahlen, gute Wirtschaftszahlen, gute Stimmung, auch erstmalig mit einem DJ anstelle einer Live-Band“. Erfolgreich sei auch mit drei bis fünf Königsanwärtern das Vogelschießen verlaufen, das Marco Nowka als neuer König für sich entscheiden konnte. So könne die Bruderschaft nun mit einem guten Gefühl in die finale Planung der bevorstehenden Änderungen für die kommenden Schützenfeste gehen.

Den Kassenbericht für 2022 präsentierte Rechnungsführer Sebastian Gerden. Da die Einnahmen über den Ausgaben lagen, konnte erfreulicherweise ein Überschuss erzielt werden. Die Abrechnung des vergangenen Schützenfestes führte demgegenüber jedoch zu einem leichten Minus, zurückzuführen unter anderem auf die Zahlung eines erhöhten Schussgeldes. Zum neuen Kassenprüfer wurde Matthias Frigge gewählt.

Bei den weiteren Wahlen stellte sich der bisherige Schriftführer Markus Dahlberg nach achtzehn Jahren im Vorstand, darunter sechzehn als Schriftführer, nicht mehr zur Abstimmung. Zu seinem Nachfolger wurde Julian Gockel gewählt. Neuer Königsoffizier ist Marco Nowka, der Johannes Lutterbeck ersetzt. Als Fahnenoffiziere wurden Florian Wirth und Moritz Brokop bestätigt, Manuel Stamen und Laurin Krone wurden neu gewählt. Und als Reserveoffizier wählte die Versammlung Markus Dahlberg.

Im Laufe des Jahres 2023 stellten neun Jungschützen einen Aufnahme-Antrag: Maximilian Mois und Alexander Nagels aus Mülheim, Hans-Dieter Beiler, Sven Gerke, André Lenze und Michael Tegethoff aus Sichtigvor, Johannes Ludwig aus Belecke, Johannes Lehmann aus Rüthen und Lutz Köbe aus Freienohl. Von diesen anwesend waren Lutz Köbe und Johannes Ludwig, die vom Oberst feierlich in die Bruderschaft aufgenommen wurden.

Zur Frage des zukünftigen Mitgliedsbeitrages plädierten einige Anwesende für die Beibehaltung der aktuell 32 Euro auf der Basis der Regelung des 18-Fachen des Bierpreises von 1,80 Euro. Andere befürchteten aufgrund inflationsbedingt stark steigender Bierpreise und einem Mitgliedsbeitrag in Höhe von 36 Euro bei 2 Euro Austritte vor allem auswärtiger Mitglieder. Vorgeschlagen wurde auch, unter Berücksichtigung der Inflation einen niedrigeren Faktor zu beschließen, beispielsweise würde der Beitrag bei einem Faktor 16 und einem auf 2 Euro erhöhten Bierpreis dann 32 Euro betragen.

Nach längerer Diskussion beschloss die Versammlung schließlich den Antrag des Vorstands, den Mitgliedsbeitrag auf 32 Euro bei Faktor 18 einzufrieren, mit dem Zusatz, auf der Rechnungslage über die Faktorhöhe neu zu entscheiden, sollte der Bierpreis bei kommenden Schützenfesten auf 2 Euro steigen.

Eine ähnlich ausgiebige Diskussion folgte nun über die Höhe des bislang 1800 Euro betragenden Schussgeldes. Diese Summe erschien den meisten Schützen als zu hoch, da das neue Königspaar zukünftig nur an einem Festzug teilnimmt und daher auch nur ein Königinnenkleid erforderlich ist. Angeregt wurde, das Schussgeld nicht mehr an den Bierpreis zu binden, da dieser Preis bisher multipliziert mit dem Faktor 1000 die Höhe des Schussgeldes ergibt. Der Vorstand schlug vor, das Schussgeld auf 1000 Euro abzusenken, andere Schützen betrachteten die Kopplung des Schussgeldes an die Mitgliederzahl als denkbare Lösung. Bei rund 500 Mitgliedern und einem Betrag von z.B. 2,50 Euro pro Person ergebe sich ein Schussgeld in Höhe von 1250 Euro. Nach reger Debatte unterbreitete schließlich ein Schütze den Vorschlag, mit 1400 Euro den Durchschnitt aus den besprochenen Minimal- und Maximalbeträgen zu beschließen, was zur Abstimmung führte.

Der erste Wahlgang ergab für die Schussgeldhöhen folgendes Ergebnis: 1000 Euro: 11 Stimmen, 1250 Euro: 1 Stimme, 1400 Euro: 25 Stimmen, 1800 Euro: 9 Stimmen, Rest Enthaltungen. Da ein zweiter Wahlgang erforderlich wurde, kam folgendes Resultat zustande: 1000 Euro: 11 Stimmen, 1400 Euro: 37 Stimmen, Rest Enthaltungen. Auf dieser Grundlage wurde beschlossen, das Schussgeld auf 1400 Euro zu reduzieren, bis neu über den Mitgliedsbeitrag beraten und beschlossen wird.

Beim Ausblick auf anstehende Termine wurde insbesondere auf das Kreisschützenfest in Allagen (22. bis 24. September), den Irischen Abend anlässlich des 95-jährigen Bestehen des Tambourkorps Mülheim (30. September), den Seniorenadvent (9. Dezember) sowie das Winterfest mit Festverding (13. Januar 2024) hingewiesen.

Unter „Verschiedenes“ wurden die Spenden aus der Pfarrer-Muder-Kollekte mit rund 388 Euro beziffert, die aufgerundet der Grundschule und den beiden Kindergärten zufließen. Hinsichtlich der Bewirtung auf dem Schützenfest wird der Vorstand über die Sauerland Getränke hinaus auch Angebote anderer Bierverleger anfordern.

Im Hinblick auf die Neukonzeption des kommenden Schützenfestes wird der Vorstand am 16. Oktober die Beschlüsse aus dem Mai konkretisieren und danach mit der Arbeitsgruppe abstimmen. Die Präsentation zur endgültigen Beschlussfassung wird beim Festverding im Januar stattfinden. Da die Arbeitsgruppe den Vorschlag gemacht hat, die Vogelstange auf einem anderen Platz näher zur Halle aufzustellen, werden die zunächst geplanten Bauarbeiten inklusive Baumfällen auf der Vogelwiese einstweilen eingestellt.

Und zum Schluss freuten sich Vorstand und Versammlung nicht nur über die einvernehmlich vereinbarten Beschlüsse, sondern auch darüber, dass Schützenbruder Fritz Lachmann eine neue Sitzbank für die Vogelwiese spenden wird, unabhängig von deren zukünftigem Standort.